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Bücher & Texte

„Erst in einem Umfeld, in dem Kinder Diversitätsbücher lesen, können andere Kulturen und Menschen als eine Selbstverständlichkeit angesehen werden“

Ndey Bassine Jammeh-Siegel

Artikel

Weiße Autor:innen, Schwarze Figuren

afrokidsgermany October 29, 2023

Was sollte ich als weiße Person beachten, wenn BIPoCs natürlicher Teil meines Figurenensembles sind?

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Eine unvergessliche Begegnung

afrokidsgermany September 19, 2023

Mit meinem Sohn auf den Rücken geschnallt, Kinderwagen in der Hand, stieg ich in den Zug. Mir gegenüber saß ein

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afrokids_germany

Zelebriert Schwarze Kinder & Kids of Color in der #Kinderliteratur - Inspiriert durch zwei Schwarze Mütter #empowerment
#Bücher Werbung|| unbezahlt

Tyler überlegt sich zu Hause immer wieder, was er Tyler überlegt sich zu Hause immer wieder, was er den Kindern in der Schule alles erzählen will. Aber jedes Mal, wenn es so weit ist, fühlt es sich so an, als würden seine Worte steckenbleiben. 
Das frustriert Tyler, vor allem, als er an der Reihe ist, ein Referat vor seiner Klasse zu halten und er mal wieder kein Wort herausbekommt. Aber Mama, mit der Tyler in seiner Freizeit gern zusammen malt, ermuntert und bestärkt ihn immer wieder. Und beim Malen üben sie gemeinsam das Sprechen. Das Malen schenkt Tyler schließlich so viel Selbstbewusstsein, dass er sich noch einmal traut, sich vor die Klasse zu stellen und als er dann sein Selbstportrait präsentiert, spricht seine Kunst für sich. 🖼️

„Der Junge, der seine Stimme fand“ ist von den eigenen Kindheitserfahrungen des Autors inspiriert. Tyler Gordon malt nicht nur seit seinem zehnten Lebensjahr, er stottert auch seit seiner Kindheit. Darum setzt er sich zusammen mit unterschiedlichen Initiativen für Kinder ein, die stottern.

In der Geschichte bekommen wir einen guten Eindruck darüber, was Tyler alles zu sagen hätte und wie viel Humor er hat. Aber gleichzeitig spüren wir, wie frustrierend es sein kann, wenn von all dem niemand etwas mitbekommt, wenn die Worte einfach nicht so rauskommen, wie man es sich wünschen würde.

Tyler hat durch seine Kunst eine Möglichkeit gefunden, auch ohne Worte zu zeigen, wer er ist und was in ihm steckt. Und das kann man nur jedem Kind wünschen, einen ganz eigenen Weg wählen zu dürfen, sich der Welt zu zeigen.

Gleichzeitig sensibilisiert das Buch auch dafür, mehr Geduld mit stotternden Menschen zu haben und ihnen die Zeit zu geben, die sie brauchen, um das zu sagen, was sie sagen möchten.

Die Illustrationen sind modern und stahlen ganz viel Witz aus. Sie passen perfekt zur Geschichte.

Ein wirklich gelungenes Bilderbuch, das zeigt, dass es mehr Wege als nur das gesprochene Wort gibt, um sich auszudrücken. 🗣️🎨🤟🏽

Own-Voices: Ja
Lesealter: ab ca. 4 Jahren
Text und Illustration: Tyler Gordon
Übersetzung: Dayan Kodua
Verlag: @gratitude_verlag , vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

#unbezahltewerbung
Das Buch beginnt damit, dass die beiden Freundinne Das Buch beginnt damit, dass die beiden Freundinnen gemeinsam zeichnen. Jede hat ein Blatt Papier und beginnt sich mit Buntstiften und Wachsmalern auszutoben. Doch bald beginnen die Zeichnungen sich zu verselbstständigen. Erst schlüpfen die Figuren aus dem Papier und dann tun sich plötzlich ganze Welten auf, in die die beiden Mädchen eintauchen. Und wie fantasievoll die Welten sind, von einer Burg geht es weiter auf ein Schiff, von da aus in die Weiten des Ozeans. Sie werden von einem gigantische Drachen gejagt, der sich plötzlich wieder aufzulösen scheint und die Freundinnen beginnen in wieder neu weiterzuzeichnen.  Nur um festzustellen, dass das kleine Geschwisterchen sich ebenfalls auf dem Papier verewigt hat. Aber statt es wegzuschicken, taucht es einfach mit in die Fantasiewelt, denn in dieser Welt sind alle willkommen.

Ich finde die Idee dieses Bilderbuchs einfach großartig. Es besteht nämlich aus lauter Kinderzeichnungen der Künstlerin, die ganz neu zusammengesetzt und durch aktuelle Illustrationen ergänzt wurden.

Ich sehe immer wieder, wie unseren Kindern die Kreativität im Kunstunterricht teilweise regelrecht abtrainiert wird und das „Unperfekte“ keinen Raum bekommt. Subjektives ästhetisches Empfinden wird mit richtig oder falsch, gut oder schlecht benotet und Kinder verlieren die Lust am Ausprobieren und „outside the box“ denken.

Nicht nur deswegen finde ich dieses Buch total erfrischend und eine willkommene Abwechslung zu den aktuellen aalglatten Sehgewohnheiten.

Es zeigt auch einfach, wie viel Schönheit in den kindlichen „unperfekten“ Zeichnungen steckt und wie viel mehr Wertschätzung wir dafür haben sollten.

Meine Kinder und ich sind begeistert von diesem Bilderbuch, das man sich bestimmt unzählige Male anschauen kann und immer wieder etwas Neues entdeckt.

„Einhorn gegen Nilpferd“ ist ein außergewöhnlicher Bilderbuchschatz, der uns neben vielen anderen Dingen zeigt, dass richtig gute Bilderbücher auch (fast) ohne Text auskommen.

Own Voices: Nein
Lesealter: Ab ca. 4 Jahren
Text und Illustration: Luise Mirdita @luiseflora 
Verlag: @kunstanstifter , vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

#unbezahltewerbung
Sonia legt zusammen mit ihren Freund*innen einen Sonia legt zusammen mit ihren Freund*innen einen  Garten an. Sie liebt die unterschiedlichen Pflanzen, die dort wachsen und findet, dass Kinder ganz ähnlich sind, denn sie haben auch alle ihre Besonderheiten. Genauso wie Sonia, die Diabetes hat und sich regelmäßig selbst eine Spritze geben muss, oder Rafael, der Asthma hat, Anthony nutzt einen Rollstuhl und Madison bekommt Hilfe von einem Blindenhund. Ein Kind ist taub, ein anderes hat Legasthenie, zwei andere sind im autistischen Spektrum und ein anderes stottert. Es werden noch viele weitere Kinder und deren Besonderheiten vorgestellt und am Ende noch einmal zusammengefasst, wie diese Besonderheiten nicht nur Gärten spannender und schöner machen, sondern auch unsere Welt.

Das Buch, das aus der Perspektive der Autorin geschrieben ist, die selbst seit ihrer Kindheit Diabetes hat, zeigt eine Vielfalt, wie ich sie in Kinderbüchern in dieser Art noch nie erlebt habe.

Dabei wird nicht nur eine Bandbreite von unterschiedlichen Kindern mit unterschiedlichen sichtbaren und unsichtbaren Behinderungen, sondern auch Krankheiten und Allergien vorgestellt. Ich glaube es gibt wenige Kinder, die sich nicht in irgendeiner Weise in diesem Buch repräsentiert sehen.

Was ich besonders gelungen finde, ist, dass es nicht „das blinde Kind“ gibt, sondern unterschiedliche blinde Kinder, die unterschiedliche Hilfsmittel nutzen oder unterschiedliche autistische Kinder, die unterschiedliche Facetten des Spektrums abbilden.

Durch Fragen wie „Bist du auch gelegentlich frustriert“ oder „Worüber redest du gerne?“, die auf jeder Seite gestellt werden, werden die Gemeinsamkeiten trotz der möglichen Unterschiede hervorgehoben.

Die Illustrationen, die ebenfalls eine große Vielfalt abbilden, sind wunderbar verspielt und fantasievoll.

Auch wenn es im Titel heißt „Frag Einfach“, finde ich es toll und wichtig, dass darauf hingewiesen wird, dass nicht jede Person sich gern erklären möchte und auch das respektiert werden muss.

Ein großartiges Bilderbuch, das nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch noch einen tollen Anlass bietet, um über Dinge ins Gespräch zu kommen, die uns einzigartig machen.
Lino möchte heute seinen Freund Basti besuchen und Lino möchte heute seinen Freund Basti besuchen und macht sich ganz allein mit der Bahn auf den Weg zu ihm. Schon auf dem Bahnsteig haben alle außer Lino ein Handy in der Hand und starren wie gebannt drauf. Darum verpassen sie auch all das, was Lino sieht, denn der Bahnwaggon verwandelt sich nach und nach immer mehr in eine spannende Fantasiewelt, die nur Lino zu sehen scheint. Über ihm spielt eine imaginäre Band ein Konzert, lila Äffchen spielen den Fahrgästen streiche, kleine Wichtel fliegen mit winzigen Heißluftballons durch die Gegend und die Bahn verwandelt sich von einem Urwald in eine Unterwasserlandschaft. Wie schade, dass das Spektakel außer Lino niemand mitbekommt. Oder vielleicht doch? Eine ältere Dame sitzt Lino gegenüber, die einzige Person, die außer Lino kein Handy in der Hand hat und die einzige Person, die ebenfalls die kleinen Wunder bestaunen kann.

 
Was für ein wunderschönes Buch mit einer noch schöneren Botschaft.

Für uns Eltern: Wir sollten wieder mehr FOMO davor haben, tolle Momente mit unseren Kids statt Inhalte auf Social Media zu verpassen.

Für unsere Kinder: Langeweile ist nicht nur okay, sie ist sogar wichtig. Denn zu was unsere Fantasie im Stande ist, wenn wir uns mal nicht von bunten Bildchen auf dem Tablet berieseln lassen, zeigt uns Lino in der Geschichte.

Die Illustrationen machen so viel Spaß und sind etwas für echte Bilderbuchfans. Auf jeder Seite gibt es unheimlich viel zu entdecken. Man fühlt sich fast so, als würde man dieses kleine Geheimnis mit Lino teilen. Die anderen Fahrgäste, die auf ihre Smartphones glotzen sind nämlich ganz à la „Die grauen Herren“ eintönig und langweilig, wohingegen Linos Fantasiewelt nur so vor Farben und Kreativität strotzt.

„Was ihr nicht seht“ ist ein wirklich gelungenes Bilderbuch, das uns daran erinnert, dass die wirklich schönen Momente direkt vor unserer Nase passieren, wir müssen sie nur zulassen, und zwar, indem wir das Handy weglegen. 📵🫱🏾‍🫲🏿🥰

 

Own-Voices: Nein
Lesealter: ab ca. 3 Jahren
Text und Illustration: Paulina  Rauh @paulinarauh 
Verlag: @buchfinkverlag , vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

#unbezahltewerbung
Juma will heute mit seinem Opa Babu Ali angeln geh Juma will heute mit seinem Opa Babu Ali angeln gehen, dabei fällt ihm der viele Plastikmüll auf, der an den Strand der kleinen Küstengemeinde in Kenia gespült wurde. Juma beginnt den Müll aufzusammeln, weil er sich um die Umwelt und die Fische sorgt. Als er sieht, wie ein Flip-Flop auf dem Wasser treibt, kommt ihm eine Idee und zusammen mit seinem Opa, der Bootsbauer ist, schmiedet er den Plan, ein Dau-Boot aus dem Plastikmüll zu bauen. Sofort machen sie sich gemeinsam ans Müllsammeln, aber weil sie ziemlich viel Material benötigen und zu zweit viel zu lange brauchen, akquiriert Juma seine Freund*innen. Je mehr sich Jumas Plan herumspricht, desto mehr Menschen kommen zum Strand und helfen mit, bis sie schließlich genug Plastik zusammenhaben. Dann beginnen sie, das Plastik zu schmelzen und wie Holz zu bearbeiten, um es anschließend zu einem Boot zu verbauen. Am Ende sticht Juma zusammen mit seinem Opa auf der Flipflopi in See und sie träumen gemeinsam davon, noch viel mehr zu verändern.

Ich habe das Buch zusammen mit meinem jüngsten Kind angeschaut und wir waren beide total begeistert. Als wir dann am Ende angekommen sind, das Bild der echten „Flipflopi“ gesehen haben und ich meinem Kind erklärt habe, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, war es erst recht begeistert. 🤩

„Wie, das ist wirklich passiert? Das ist ja cool!“

Ich glaube mehr Beweis gibt es kaum dafür, wie inspirierend eine Geschichte sein kann. In Zeiten, in denen junge Menschen mehr und mehr das Gefühl vermittelt bekommen, dass die wichtigen Entscheidungen ohne sie getroffen werden und sie sowieso nichts verändern können, braucht es ermutigende Geschichten, wie die von Juma.

Natürlich wird ein Boot nicht die Welt retten, aber es kann Hoffnung schenken und andere anstecken, ebenfalls selbstwirksam zu werden.

Die Illustrationen sind modern und passen gut zum Inhalt und der Zielgruppe.

Uns hat „Flipflopi“ unheimlich gut gefallen und wir können es von ganzem Herzen empfehlen. 🩴⛵️

Own-Voices: Ja
Lesealter: ab ca. 5 Jahren
Text: Linda Ravin Lodding und Dipesh Pabari 
Illustration: Michael Machira Mwangi 
Übersetzung: Dayan Kodua
Verlag: @gratitude_verlag
Rosa wächst als weißgelesenes Mädchen mit einer Sc Rosa wächst als weißgelesenes Mädchen mit einer Schwarzen Mutter, einem weißen Vater und zwei schwarzgelesenen Brüdern auf der Insel La Réunion auf. Eine Sache ist von Anfang an klar, nämlich dass Rosa ihre Afrohaare hasst. Das hat vor allem damit zu tun, dass in ihrer Familie niemand natürliche, lange Afrohaare trägt (selbst Rosas Mutter glättet sich die Haare) und ihr niemand zeigen kann, wie sie sie pflegen kann. Aber Rosas Abneigung gegen ihre Haare hat natürlich noch andere Gründe, denn sie wird deswegen in der Schule gehänselt. Als Teenie beschließt sie, sich die Haare ganz kurz zu schneiden und auch das bringt wieder neue Herausforderungen und Geschlechterschubladen mit sich, in die sie gesteckt wird. Als Rosa schließlich zum Studieren nach Paris zieht, eröffnen sich ihr ganz neue Welten. Sie begegnet nicht nur ihrer neuen besten Freundin, sondern verliebt sich auch. Um sich noch mehr anzupassen, beschließt sie, ihre Haare zu glätten und sie entwickelt eine regelrechte körperdysmorphe Störung, bis sie nach einer laaaangen Hair Journey endlich einen Weg findet, ihre natürlichen Haare zu pflegen und letztendlich auch lieben zu lernen.

Als ich das Cover gesehen habe, das übrigens eine richtig tolle Haptik hat, wurde ich direkt neugierig. Auch der Titel klang vielversprechend und dann noch eine autobiografische Geschichte in Comic-Form?! Besser geht es kaum, dachte ich. Als ich dann reingelesen habe, war ich erst einmal hin-und hergerissen. Einer der Gründe war, dass es sich um ein weißgelesenes Mädchen handelt, das den einzigen klarersichtlichen Schwarzen Anteil an sich so sehr hasst und am Anfang der Geschichte nicht müde wird, zu betonen, dass es ja eigentlich weiß sei. Als ich allerdings weitergelesen habe, habe ich begriffen, dass das Buch erstens für eine deutlich ältere Zielgruppe gedacht ist, als ich vermutet habe und zweitens es wirklich als eine Journey einer individuellen Person zu betrachten ist, die aber mit Herausforderungen struggelt, denen viele Menschen mit Afrohaaren kollektiv ausgesetzt sind.

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Heute steht der Termin bei der Kinderärztin an, ab Heute steht der Termin bei der Kinderärztin an, aber Toni hat ein wenig Bammel. In ihrem Kinderzimmer beschließt sie, sich mit ihrem Piratinnenkostüm zu rüsten und ihr Kuscheltier Landratte mitzunehmen. Als sie in der Praxis ankommt, ist Toni zunächst verunsichert, aber die freundliche Kinderärztin geht spielerisch an die Routineuntersuchung heran. Das wiederum setzt Tonis Fantasie in Gang. Die Ärztin wird zur Kapitänin, Assistenzarzt und Arzthelferin zur Besatzung und das Behandlungszimmer zum Piratenschiff. 🏴‍☠️
Nach und nach taut Toni auf und fasst Vertrauen zu der Ärztin. Darum bringt sie den Mut auf, ihre Grenzen zu kommunizieren, als es ans Ausziehen geht. Wie sie das genau macht, dürft ihr selbst nachlesen. 🤗

In dem Buch, das von unseren eigenen Erfahrungen bei unserer Kinderärztin inspiriert ist, wird gezeigt, wie auch Arztbesuche auf Augenhöhe ablaufen können. 

Bei dieser Geschichte (Ärztin) handelt es sich natürlich um eine Idealvorstellung. Aber selbst, wenn das Praxisteam keine Kapazitäten hat, die Untersuchung spielerisch durchzuführen, zeigt die Geschichte, wie kleine Kompromisse manchmal einen großen Unterschied machen.

Die Illustrationen, für die Sonja Stangl unterschiedliche Techniken (wie z.B. Pflanzenstempel 🌱) nutzt, sind einfach traumhaft schön. Sie spiegeln nicht nur inhaltlich, sondern auch farblich Tonis Stimmung wider. Je wohler Toni sich fühlt, desto farbenfroher wird auch ihre Welt. Ich liebe die witzigen Details, wie das Kuscheltier Landratte, das zum Leben erweckt wird und wie das triste Behandlungszimmer sich allein durch Tonis Fantasie zum Piratenschiff verwandelt. ⚓️

In der Geschichte lernt Toni, dass ihre Gefühle ernstgenommen werden und das nimmt nicht nur ihr, sondern hoffentlich auch den Kindern, die sich das Buch anschauen, die Sorge vor dem nächsten Arzttermin. 🩺

„Kapitänin Toni – Fantasie ist die beste Medizin“, ein Bilderbuch, das Kinder positiv auf den nächsten Besuch bei der Kinderärztin stimmt aber in erster Linie richtig viel Spaß macht. 🥰

Own Voices: Ja
Lesealter: ab ca. 4 Jahren
Text: @reginafeldmann_autorin 
Illustration: @inky_land 
Verlag: @achse.verlag 

Ab heute überall, wo es gute Bücher gibt 😍
Royas iranischer Vater ist plötzlich verstorben un Royas iranischer Vater ist plötzlich verstorben und Roya erklärt sich bereit, seine Wohnung und damit all seine Habseligkeiten auszuräumen. Beim Sortieren fallen ihr unterschiedliche Erinnerungsstücke in die Hände, die sie an ihre Kindheit, aber vor allem an ihre erste Reise in den Iran zurückdenken lassen. Roya erinnert sich, wie sie so eine Sehnsucht nach der Heimat ihres Vaters entwickelt hat, dass sie ihn gebeten hat, ihr das Land zu zeigen. Wir erleben mit, wie Roya das erste Mal iranischen Boden betritt, wie sie lernt, das Kopftuch zu tragen und wie sie das erste Mal Safraneis probiert. Wir bekommen ihre Ängste und Sorgen bezüglich des Regimes hautnah mit, aber auch ihr Staunen und die Freude über die Kultur, das Essen und die Tatsache, dass sie ihren Vater und somit den iranischen Teil in sich noch einmal auf eine ganz andere Weise kennenlernt. Roya schafft es letztendlich, die Wohnung auszuräumen, sich von Gegenständen zu trennen und andere Dinge für immer in ihrem Herzen zu tragen.

Als ich gesehen habe, dass sich hinter dem Titel eine „Own Voices“ Graphic Novel verbirgt, wurde ich sehr neugierig.

Die Autorin verarbeitet in der Geschichte eigene Erfahrungen. Durch ihre ausdrucksstarken Zeichnungen gelingt es ihr, eine große Bandbreite an Emotionen und damit die Zerrissenheit der Protagonistin einzufangen, die vermutlich viele Migras der zweiten Generation kennen. Beide Welten sind vertraut und teilweise doch so fremd. Wir spüren Royas Wunsch, dazu zu gehören, der mit hohen Erwartungen an die Heimat ihres Vaters einhergeht, in der auch sie eine (zweite) Heimat finden möchte. Wir erleben ihre Enttäuschung, dass dieser „magische Moment“ ausbleibt und die kleinen Glücksmomente, die sich in Form von unerwarteten Begegnungen zeigen.

In der Geschichte wird nichts beschönigt, wie z.B. Royas Sorge über die queerfeindlichen Gesetze. Gleichzeitig sind die teilweise schweren Themen immer wieder mit sehr viel Humor durchzogen und bekommen durch die zarten Farben der wunderschönen Illustrationen eine gewisse Leichtigkeit.

„Wind in meinem Kopftuch“ ist eine sehr berührende Graphic Novel, die uns auf eine ganz besondere Reise mitnimmt.
Heute wird in Laras Klasse ein Klassenfoto gemacht Heute wird in Laras Klasse ein Klassenfoto gemacht. Dafür trägt Lara extra ihr neues gelbes Haarband, das ihr ihre Mutter geschickt hat. Doch als Laras Klassenkamerad*innen einen gemeinen Spruch über Laras Afrohaar machen und ihr das Gefühl vermitteln, sie passe nicht in die Klasse, möchte sie sich und ihre Haare am liebsten verstecken. Zu Hause versucht sie dann mit allen möglichen Mitteln ihre Haare zu glätten, in der Hoffnung anschließend dazu zu gehören. Als Laras ältere Schwester das sieht, bringt sie Lara zum Haarkunstshop. Lara staunt über diesen fast magischen Ort, mit all den schönen Schwarzen Menschen und ihren wunderschönen Frisuren. Sie äußert aber nach wie vor den Wunsch, ihre Haare glätten zu wollen. Also nehmen die Friseurinnen und anderen Kundinnen sie mit auf eine kleine Reise und zeigen ihr nicht nur unterschiedliche Afro-Hairstyles, sondern erklären ihr auch die kulturellen Hintergründe und die Geschichte dahinter. Als die Friseurin Lara am Ende fragt, für welche Frisur sie sich entschieden hat, beschließt sie, ihre Haare nicht zu glätten, sondern genauso lockig wie zuvor dafür aber mit neuem Selbstbewusstsein zu tragen. 👸🏾

Ich finde die Idee des Buches großartig. Viele Kinder mit Afrohaaren kennen das Gefühl, nicht dazuzugehören oder mitgedacht zu werden, sei es aufgrund von Medien, Beautyprodukten oder abfälligen Sprüchen. Afroshops und Afrofriseur*innen bieten nicht nur Repräsentation, sondern auch Safer Spaces, in denen Afrohaare nicht komisch beäugt, sondern zelebriert werden. Dieses Gefühl transportiert @adufe.folawiyo sowohl über die Geschichte als auch die Bilder. Die farbenfrohen Illustrationen aus Wasserfarben vermitteln eine warme und wohlige Atmosphäre und erinnern ein wenig an die Illustrationen von Jessica Love (Julian ist eine Meerjungfrau), die ich ebenfalls sehr liebe. 🥰 

Das Buch ist ein wahrer Schatz für alle Kinder mit Afrohaaren. Es informiert nicht nur, sondern empowert und macht garantiert Lust auf den nächsten (vielleicht sogar ersten) Besuch beim Afrohaarkunst-Shop. 🪮

Own-Voices: Ja
Lesealter: Ab ca. 5 
Text und Illustration: Catherine Adufẹ Folawiyo 
Verlag: @orlandabuchverlag
Am 25. Juli 2026 wurde im NDR in der Sendung Nordt Am 25. Juli 2026 wurde im NDR in der Sendung Nordtour ein Beitrag über meine Arbeit ausgestrahlt. Vielen Dank an @nadja_babalola für deine wertvolle Arbeit, mit der du Schwarze Perspektiven stärkst, unsere Geschichten sichtbarer machst und Räume schaffst, in denen unsere Stimmen, Erfahrungen und Beiträge gesehen, gehört und gewürdigt werden. Diese Sichtbarkeit und Gespräche sind wichtig, und ich bin dankbar, ein Teil davon sein zu dürfen.

Die ganze Sendung findet ihr in der NDR Mediathek oder über den Link in unserer Bio.

Vorgestellte Bücher:

Amma kann nicht einschlafen @reginafeldmann_autorin 

Die Welt ist mein Zuhause - u.a. @andreakarimee , @susann_bee_ @reginafeldmann_autorin  @ndey_bassine 

Alles auf Anfang - @_nowherenow_ @mariam_benarab 

Julian ist ein Meerjungfrau - @jesslovedraws 

Die Stadtpark-Detektive - @anjakielautorin 

Sally Njie - Der Lebensweg eine Kämpferin @ndey_bassine  @sitangoumou
Dilly und Heer leben in der fiktiven sächsischen K Dilly und Heer leben in der fiktiven sächsischen Kleinstadt Piesnitz. Ihre Eltern haben nicht nur die beiden einzigen indischen Restaurants, die ausgerechnet gegenüber voneinander liegen, sie sind auch noch verfeindet.

Darum können Heer und Dilly sich anfangs nicht ausstehen und trotzdem führt kein Weg daran vorbei, dass sich ihre Wege kreuzen. Das hat vor allem mit der umwelt-aktivistischen Peace-nitz Gruppe zu tun, in die beide eintreten.

Obwohl die zynische Heer und der angepasste Dilly von Grund auf verschieden sind, merken sie schnell, wie viel sie verbindet. Und das nicht nur, weil ihre Familien die einzigen Sikhs des Ortes sind. Die Leben der beiden sind komplex und der Rassismus, dem sie ausgesetzt sind, ist nur eine der vielen Konstanten, die sich durch ihren Alltag zieht. Langsam wächst aus Dillys und Heers Freundschaft mehr und gleichzeitig passiert um sie herum so viel. Das Restaurant von Heers Familie soll für den Bau des neuen Einkaufszentrums abgerissen werden. Das versucht die Peace-nitz Gruppe allerdings zu verhindern. Ob es ihnen gelingt und welche Herausforderungen sie überwinden müssen, dürft ihr selbst nachlesen.

Ich habe das Buch mit in meinen Sommerurlaub genommen, ein kleines Haus am See mitten in Brandenburg. Auf der Hinfahrt haben mich die vielen Deutschlandflaggen und Plakate mit durchgestrichenen Windkrafträdern fast erschlagen und ich mochte kaum aus dem Fenster schauen.

Im Urlaub konnte ich das Buch kaum aus den Händen legen. Amani Padda hat mit Dilly und Heer Charaktere geschaffen, die authentisch und vielschichtig sind und mit denen sich viele Migrakinder der zweiten Generation identifizieren können. Aber auch durch die Nebencharaktere ist es ihr gelungen, einen so glaubwürdigen Querschnitt der Gesellschaft abzubilden, dass absolut jede*r sich in dieser mitreißenden Geschichte wiederfinden kann.  An einer Stelle im Buch heißt es, dass nicht nur in den großen Städten, sondern auch an kleinen Orten wie Piesnitz, Geschichten zu finden sind, die es wert sind erzählt zu werden.

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Die drei Hexenlehrlinge Fortuna, Belladonna und Ma Die drei Hexenlehrlinge Fortuna, Belladonna und Mandragora müssen ihre persönlich Hexengabe perfektionieren. Um eine echte Hexe zu werden, muss man nämlich die große Prüfung vor dem Rat der Ältesten bestehen. Dafür haben die Drei ihr Elternhaus verlassen, um in die Lehre bei der Meisterin Belombra zu gehen.

Die Hauptprotagonistin Fortuna stammt zwar aus einer traditionsreichen Familie von Wahrsagerinnen, doch es will ihr nicht so recht gelingen, ihr „drittes Auge der Wahrsagerei“ zu öffnen. Da allerdings nur insgesamt drei von zwölf Lehrlingen die große Prüfung bestehen können, wird Fortuna so von ihrer ehrgeizigen Mutter unter Druck gesetzt, dass sie einen Pakt mit einem bösen Dämon eingeht. Erst scheint alles glatt zu gehen, denn Fortuna kann endlich ihre Gabe meistern, doch dann läuft plötzlich alles aus dem Ruder. Zu allem Unglück verschwindet auch noch Meisterin Belombra und die drei Junghexen sind völlig auf sich gestellt. Ob sie es schaffen, den Dämon zu besiegen und die Prüfung zu bestehen, das dürft ihr gern selbst nachlesen. 😉

Als ich das Buch mit dem vielversprechenden Cover und dadurch auch den Verlag @editionhelden entdeckt habe, habe ich mich sehr gefreut. Gute Comicbücher kann es schließlich nicht genug geben, denn meine Kinder verschlingen einen Comic nach dem anderen.

Wir wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte ist wirklich toll, spannend voller Magie. 🪄 

Die Charaktere sind auch richtig interessant. Alle drei Hexen sind von Grund auf verschieden, was durch ihre unterschiedlichen Hexentalente unterstrichen wird. Mir gefällt es sehr, wie die drei Hexen, die sich am Anfang überhaupt nicht verstehen, immer mehr zu einem Team zusammenwachsen. 

Die Illustrationen sind wirklich schön, witzig und machen richtig viel Spaß. Im Epilog wirkt es ein wenig so, als würde ein zweiter Band in Planung sein. Darüber würden meine Kids und ich uns natürlich sehr freuen, denn wir sind gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

„Fortuna – Der Geist der Herberge“, ein zauberhafter Comic, den ich wärmstens empfehlen kann.

Own-Voices: Nein
Lesealter: Ab ca. 9 Jahren
Text und Illustration: Élisabeth Jammes
Übersetzung: Eva-Schmidt-Holland
Verlag: Edition Helden
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