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Bücher & Texte

„Erst in einem Umfeld, in dem Kinder Diversitätsbücher lesen, können andere Kulturen und Menschen als eine Selbstverständlichkeit angesehen werden“

Ndey Bassine Jammeh-Siegel

Artikel

Weiße Autor:innen, Schwarze Figuren

afrokidsgermany October 29, 2023

Was sollte ich als weiße Person beachten, wenn BIPoCs natürlicher Teil meines Figurenensembles sind?

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Eine unvergessliche Begegnung

afrokidsgermany September 19, 2023

Mit meinem Sohn auf den Rücken geschnallt, Kinderwagen in der Hand, stieg ich in den Zug. Mir gegenüber saß ein

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afrokids_germany

Zelebriert Schwarze Kinder & Kids of Color in der #Kinderliteratur - Inspiriert durch zwei Schwarze Mütter #empowerment
#Bücher Werbung|| unbezahlt

Elaia ist acht Jahre alt und lebt mit ihrer kleine Elaia ist acht Jahre alt und lebt mit ihrer kleinen Ratte Momo und ihrem Ziehvater Usige in einer dystopischen Umgebung, viele Jahre, nachdem die Menschen die Welt zerstört haben. Nachdem ein Sandsturm ihr Haus verschüttet, ziehen die drei in eine Kommune von anderen Überlebenden. Jede*r trägt einen Teil dazu bei, damit das Zusammen- und Überleben funktionieren kann und gemeinsam arbeiten sie an einem Gewächshaus.

Fünf Jahre später ist Elaia mittlerweile ein Teen und geht mit ihrer Ratte Momo auf Erkundungstour nach kleinen Schätzen, wie Pflanzensamen und anderen Dingen, die die sie für Reparaturen gebrauchen können. Auf dem Weg dahin stößt sie auf einen Roboter, der sie plötzlich angreift und den sie nur knapp besiegen kann. Als Elaia den Roboter öffnet, um nachzuschauen, was es damit auf sich hat, entdeckt sie im Inneren ein Kind, das ihr zum Verwechseln ähnlichsieht. Aber zu viel möchte ich gar nicht spoilern. Was es mit dem Kind und den vielen anderen merkwürdigen Dingen, die in der Wüste passieren auf sich hat, das dürft ihr gern selbst nachlesen. 😊

Wir sind riesengroße Fans des Comics „Zack“, der ebenfalls im Kibitz Verlag erschienen ist. Jetzt hat sich das Dream Team Volker Schmitt und Màriam Ben-Arab noch einmal zusammengetan und ganze 5 Jahre Liebe und Herzblut in ihren neuen Comic „Alles auf Anfang“ gesteckt.

Ich mag die Geschichte sehr, denn obwohl sie an vielen Stellen ein erschreckend realistisch düsteres Zukunftsszenario inkl. Dürre, saurem Regen und Zerstörung zeichnet, ist sie doch geprägt von Zusammenhalt, Hoffnung und Zuversicht. 🌱

Mir gefällt es, wie vielfältig die große Wahlfamilie ist und dass Skills, wie Kreativität und Fantasie in dieser Gesellschaft plötzlich an großer Bedeutung gewinnen. Es gibt z.B. eine Szene, in der das blinde Mädchen Ylvi das Essen, das aus einer grauen, geschmacklosen Pampe besteht, allein durch ihre Geschichten in ein farbenfrohes Festmahl verwandelt. 🥗

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„In der weiten, weiten Welt mit ihren hohen, weite „In der weiten, weiten Welt mit ihren hohen, weiten Himmeln warten wilde, wilde Worte darauf, ausgesprochen zu werden.“

Mit diesen Worten beginnt der spannende Spaziergang von Ada und Cora, der sich zu einem richtigen kleinen Abenteuer ausweitet. Die beiden spielen am Bach, inspizieren eine Blumenwiese voller Insekten, klettern über Baumstämme im Wald und beobachten die vorbeiziehenden Wolken, die wie Schlagsahne aussehen. Für all die kleinen Wunder, die ihnen auf dem Weg begegnen kreieren sie die ulkigsten, spannendsten und wildesten Worte, die ihnen in den Sinn kommen. Worte wie „Koboldkichern“, „Riesenschnupfen“ oder „Küstengemurmel“. Und als sie zu Hause ankommen, schreiben sie alle Wörter in ein Heft, damit sie sich noch lange an den wunderschönen Ausflug erinnern.

Das Buch nimmt die Lesenden auf vielen Ebenen mit auf das Abenteuer und lädt uns dazu ein, diese faszinierende Welt durch wache Kinderaugen zu betrachten. Zum einen ist da die schöne Geschichte, als nächstes die wunderschönen Illustrationen und gekrönt wird das ganze von den Worten, die sich die Kinder ausdenken.

Wir werden von der Begeisterung der Kinder angesteckt, die sich nicht nur durch die Natur inspirieren lassen, sondern sich in ihrem kreativen Spiel immer weiter hochschaukeln, um sich die tollsten Worte auszudenken.

Die Illustrationen sind einfach nur ein Traum. Durch Perspektiven, das Spiel mit Farben, Licht und Schatten, gelingt es der Illustratorin in jeder Szene neue Emotionen zu wecken, wobei sich die warme wohlige Stimmung durch das gesamte Buch zieht.

„Wilde Worte“ ist ein Bilderbuch, das ein angenehmer Kontrast zu der aktuellen Zeit ist, in der digitale Medien allgegenwärtig sind. Man bekommt direkt Lust, das Handy wegzulegen und sich mit ganz viel Vorfreude in die Natur zu stürzen. 🌳🌊🌻

Eine große Empfehlung für dieses wunderschöne Bilderbuch.

 

Own Voices: Ja

Text: Sangma Francis

Illustration: Lexi Vangsnes 

Übersetzung: Bernadette Ott

Verlag: @limbionbooks , vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

#unbezahltewerbung
Reilo und Reili sind Cousin und Cousine und wohnen Reilo und Reili sind Cousin und Cousine und wohnen zusammen mit ihren vielen anderen Familienmitgliedern und Freund*innen in der Sonnenstraße. Sie alle sind Sinti*zze und Rom*nja-Kinder und verbringen ihre Freizeit am liebsten im Freizeitzentrum aka Spielhaus. Eines Tages beobachten Reilo und Reili, wie ein neues Kind in die Sonnenstraße kommt und direkt von den beiden Fieslingen Lars und Max gemobbt wird, und zwar nur, weil es stottert. Der neue Junge heißt Jacob und wird schon bald Teil der Clique im Spielhaus. Als Lars und Max wieder einmal auf Jacob losgehen wollen, schließt sich die gesamte Clique zusammen und stellt sich an Jacobs Seite. Am Ende gibt es ein großes Hochzeitsfest, bei dem die gesamte Großfamilie zusammenkommt und natürlich auch Jacob eingeladen ist.

Die Geschichte ist nicht nur aus einer Own Voices Perspektive geschrieben, sie ist auch mit Wörtern aus der Romnes Sprache durchzogen. Auch viele andere Dinge aus der Sinti*zze und Rom*nja Kultur sind ganz selbstverständlicher Teil der Geschichte, wie traditionelle Musik oder Kinderspiele wie „Fünf Steine“, die hinten im Glossar noch einmal näher erklärt werden.

Besonders gefallen hat mir, dass der Kinderreichtum und die Großfamilien, die von der Mehrheitsgesellschaft oft abgewertet werden in dieser Geschichte die „Superkraft“ ist. Am Ende ist es nämlich der Familienzusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung, die Jacob „retten“.

Die Geschichte vermittelt also nicht nur ein empowerndes Bild von Sinti*zze und Rom*nja, sie zeigt auch, dass Familie viele Gesichter haben und jederzeit durch Wahlfamilie erweitert werden kann.

Die ganzseitigen Illustrationen sind farbenfroh, sehr divers und man merkt, dass hier eng mit der Autorin zusammengearbeitet wurde, um ein möglichst authentisches Bild zu vermitteln.

„Gemeinsam sind wir stark: Reilo und Reili – zwei Sinit-Kinder“ ist eines der wenigen Kinderbücher mit positiver Sinti*zze und Rom*nja Repräsentation und damit eine wichtige Bereicherung für den deutschsprachigen Kinderbuchmarkt.

Own Voices: Ja
Lesealter: ab ca. 6 Jahren
Text: Shlica Weiß
Illustration: Josefine Taape
Verlag: @gratitude_verlag , vielen Dank für das Rezensionsexemplar!
In der Reihe „Mein Fußballheld“ lernen wir viele s In der Reihe „Mein Fußballheld“ lernen wir viele spannende Fakten über unterschiedliche Fußballer, wie die beiden sympathischen jungen Fußballstars Lamine Yamal und Jamal Musiala.

Wir erfahren, wo sie aufgewachsen sind, und wo sie angefangen haben, den Ball zu kicken.

In Lamine Yamals Fall waren seine ersten Trainingspartner beispielsweise die Hunde aus seiner Nachbarschaft. Wir begleiten Lamine Yamal bei den allerersten Anfängen seiner Karriere, als er von einem Fußballscout entdeckt und bereits mit sechs Jahren ganz allein in die Nachwuchsakademie des FC Barcelonas zog. 

Wir erfahren, was es mit seinen beiden Vornamen auf sich hat, wo seine Wurzeln liegen und wie er seine Verbundenheit zur Heimat seiner Eltern (Äquatorialguinea und Marokko) bis heute auf seinen Fußballschuhen zum Ausdruck bringt.

Über Jamal Musiala erfahren wir, dass sein Vater Britte mit nigerianischen Wurzeln ist und die Familie von Baden-Württemberg nach England gezogen ist, bevor er, wieder zurück in Deutschland, zu seinem Lieblingsverein FC Bayern München kam und später deutscher Nationalspieler wurde. 

Besonders gefallen hat mir, dass wir neben den vielen sportlichen Erfolgen und Rekorden auch etwas über die Menschen hinter den Sportlern lernen.

Wir erfahren z.B., wie der Kampfsport Hapkido und seine Liebe zum Schachspiel Jama Musiala auch beim Fußball helfen. Wir lernen, dass er gern Gedichte schreibt, mit denen er auch schon Preise gewonnen hat und, dass er sich auch ein Leben als Architekt hätte vorstellen können.

Über Lamine Yamal erfahren wir, dass seine Oma immer wieder zu seinen Spielen kommt und wie stolz ihr Enkel auf sie ist. Besonders berührt hat mich, wie verbunden sich Lamine Yamal immer noch seinem alten Viertel Rocafonda in der Nähe Barcelonas fühlt. Obwohl das Viertel ökonomisch stark benachteiligt und viele Menschen von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen sind, ist es für Lamine Yamal gleichzeitig ein Ort der Gemeinschaft von unterschiedlichsten Kulturen und Religionen.

Nicht nur für die Kids in ihren alten Heimatorten, sondern auf der ganzen Welt, sind Lamine Yamal und Jamal Musiala Vorbilder, die Mut und Hoffnung schenken. 

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Amma hat bis jetzt bei Mama und Papa im Familienbe Amma hat bis jetzt bei Mama und Papa im Familienbett geschlafen, und zwar genau in der Mitte, also in der Kullerritze, wie Amma so schön sagt. 🛌

Weil Papa aber immer so laut schnarcht und auch Mamas Eisklotzfüße keine Freude sind, hat Amma beschlossen, von nun an in ihrem eigenen Bett zu übernachten. Sie schnappt sich ihre Kuschelgiraffe Schiri, macht sich bettfertig und dann heißt es „Gute Nacht“. Oder vielleicht doch nicht? 😬

Denn statt den „freien Abend“ zu genießen, fallen Mama und Papa immer wieder neue Dinge ein, die Amma vor dem Schlafen noch erledigen soll: Milch trinken, Gute-Nacht-Geschichte anhören und und und. Ob das jemals ein Ende nimmt und Amma irgendwann zum Schlafen kommt, das dürft ihr gern selbst nachlesen. 😉

Wer kennt sie nicht, die Einschlafbegleitung, die sich eeeeeeewig zieht und der Wunsch danach, endlich mal einen freien Abend zu haben?! 😩

Tja, aber was, wenn es dann wirklich so weit ist und das Kind uns Eltern zum Einschlafen scheinbar gar nicht mehr braucht? Als Mutter von drei Kids kann ich sagen, dass sich zumindest bei mir das berühmte lachende und weinende Auge gezeigt hat. 😅

Einerseits kann man sein Glück kaum fassen, andererseits schwingt vielleicht doch ein klitzekleines bisschen Wehmut mit. 🥺

Welche Auswirkungen der Abnabelungsprozess in Ammas Familie hat, davon erzählt das Buch „Amma kann nicht einschlafen“ und zwar mit einem ganz großen Augenzwinkern.

Die Illustrationen von Daniel Nikoi Djanie sind nicht nur wunderschön, sondern auch unglaublich niedlich und einfach mega witzig. Ich liebe sowohl den Stil als auch den Fakt, dass sich in dem Buch kleine Hints aus der ghanaischen Kultur verstecken. Da Ghana nicht nur das Heimatland von Ammas, sondern auch von Daniels Vater und meiner Mutter ist, sind die kleinen Details Teil unserer Lebensrealität, die wir unbedingt mit einfließen lassen wollten. 

Ich kann euch nicht versprechen, dass eure Kids nach dieser Gute-Nacht-Geschichte schlafen, aber dafür werden alle etwas zu lachen haben… Und mal ehrlich, wer braucht da schon Schlaf?! 😜

Own-Voices: Ja
Lesealter: Ab ca. 3 Jahren
Text: @reginafeldmann_autorin 
Illustration: @gilmec1 
Verlag: @carlsen_kinderbuch
„Ich bin schon sehr lange hier.“ So startet der Te „Ich bin schon sehr lange hier.“ So startet der Text, der ein wenig wie ein Rätsel aufgebaut ist. Die Sache, die gesucht ist, ist überall. Es gibt sie in vielen Formen und Arten. Die Wurzeln reichen Jahrhunderte zurück. Als Baby hat man sie kaum gekannt, dann immer besser und irgendwann scheint man sie sogar wieder zu vergessen. Sie kann sehr liebevoll oder auch schmerzhaft sein. Manche Menschen haben nur eine, andere sehr viele. Sie kann die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbinden. Und unsere geliebten Kinderbücher gäbe es ohne sie auch nicht. Der letzte Hinweis im Buch lautet: „Ich mache dich menschlich.“

Na, kommt ihr drauf, wovon die Rede ist?
Richtig, es ist die Sprache.

Dieses Bilderbuch ist wirklich ganz besonders. Ich liebe es, wie mit ganz wenigen Worten ganz viel gesagt wird, und zwar in erster Linie über die wunderschönen Illustrationen.  Es ist wirklich eine Zeitreise durch die unterschiedlichsten Kulturen.

Es wird nicht nur gezeigt, wie wichtig Sprache ist, sondern auch wie viele unterschiedliche Gesichter sie haben kann. Das Buch ist mit vielen Worten und Schriften aus unterschiedlichen Sprachen durchzogen. Auch ein blindes Kind, das Brailleschrift nutzt und Menschen, die sich in einer Gebärdensprache unterhalten sind abgebildet.

Hinten im Buch erfahren wir, dass das Projekt in Kooperation mit der UNESCO entstanden ist und zwar um auf den unschätzbaren Wert von Sprachen aufmerksam zu machen. Die Jahre 2022-2032 wurden nämlich zur Dekade der indigenen Sprachen erklärt, von denen viele vom Aussterben bedroht sind.

Das Buch ist eine große Liebeserklärung an unterschiedliche Sprachen und Kulturen und es eignet sich ganz wunderbar dazu, mit Kindern über diese Themen ins Gespräch zu kommen.

Ich denke, dass sich das Buch sowohl für recht junge Kinder, als auch für ältere anbietet und z.B. sehr gut auch im Grundschulunterricht zum Einsatz kommen könnte.

Eine große Empfehlung für dieses wunderschöne Bilderbuch mit einer wirklich wichtigen Botschaft: Jede Sprache ist wertvoll. 

Lesealter: ab ca. 6 Jahren
Text: Victor Dias de Oliveira Santos Ph.D.
Illustration: Anna Forlati
Übersetzung: Dayan Kodua
Verlag: @gratitude_verlag
Baran blickt aus dem Fenster und schaut den Regent Baran blickt aus dem Fenster und schaut den Regentropfen beim Fallen zu. Immer wenn es regnet, muss er an Papa denken. Baran fragt Mama einmal mehr, wann Papa endlich kommt, aber Mama vertröstet ihn mal wieder. Baran erinnert sich daran, wie er Papa einmal im Lager in den Bergen besuchen durfte und Papa es mit etwas Wasserdampf und einem Glasdeckel hat regnen lassen. Papa kann nämlich Regen zaubern. Selbst, als es in der Nacht plötzlich donnerte und die Luft nach Feuer roch konnte Papa die Brände löschen, indem er Regen herbeizauberte.

Aber nun sind Mama und Baran in Schweden, weil es in ihrer Heimat zu gefährlich wurde. Hier ist alles anders, zum einen die lustige Sprache, die die anderen Kinder sprechen. Aber vor allem die Tatsache, dass Papa nicht da ist und Baran nur im Traum begegnet. Aber eines Tages ist es so weit. Wieder einmal fragt Baran Mama, wann Papa kommt. Und endlich kommt die langersehnte Antwort. „Heute!“, sagt Mama lächelnd. „Er kommt heute.“

Im Vorwort erklärt der Autor, dass Baran auf Kurdisch Regen bedeutet und die Geschichte auf seinen eigenen Kindheitserinnerungen beruht.
Das merkt man, denn die Geschichte ist mit so viel Liebe und Einfühlungsvermögen erzählt, dass man das Gefühl hat, hier hat sie jemand nicht nur für andere Kinder, sondern auch für sein jüngeres Ich geschrieben.

Ich finde es unheimlich rührend, wie Papa versucht Baran durch seine Geschichten und deren Magie Hoffnung zu schenken und wie Baran trotz der Trennung davon zehren kann.

Schön finde ich auch, wie Baran seine ersten Erlebnisse im Kindergarten schildert und wie er das Gefühl hat, die anderen Kinder würden sich die lustigen Worte alle ausdenken. Anders, als bei vielen Geschichten, die aus einer Fremdperspektive geschrieben werden, wird hier der Spieß einfach mal umgedreht. Nicht Baran spricht merkwürdig, sondern die anderen und die Tatsache, dass sie alle gemeinsam darüber lachen, verbindet die Kinder.

Die Illustrationen vermitteln eine ganz besondere Stimmung. Die Wasserfarben und die fantasievollen Bilder fangen die Emotionen ganz wunderbar ein.

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Der marokkanisch-französische Autor Tahar Ben Jel Der marokkanisch-französische Autor Tahar Ben Jelloun geht mit seiner Tochter Merjem auf eine Demo gegen die Verschärfung von Einwanderungsgesetzen. Daraufhin hat Merjem eine Menge Fragen zum Thema Rassismus, die ihr Vater ihr geduldig und so kindgerecht wie möglich erklärt. 

Die Kapitel reichen von den Grundlagen, wie „Die Ursprünge des Rassismus“ über „Rassismus und Religion“, in dem z.B. auch auf antimuslimischen Rassismus und die Reproduktion von Klischees eingegangen wird. Aber auch Themen, wie „Rassismus und Völkermord“, Kolonialismus und Versklavung werden nicht ausgespart. Am Ende schließt das Buch mit einem Hoffnungsvollen Ausblick.

Der Comic basiert auf dem Buch „Papa, was ist ein Fremder“, das der Autor 1998 tatsächlich für seine Tochter geschrieben hat und das seitdem vielfach übersetzt und aufgelegt wurde.

Was mir gefällt:
Die Comicform, die hier gewählt wurde, ist eine wunderbare Art, um das Buch für die Zielgruppe noch einmal auf einer anderen Ebene anschaulich zu machen. Ich finde die Zeichnungen sehr gelungen, passend für das Alter und sie bringen ein wenig Leichtigkeit in die schwere Thematik. Auch Merjem und ihren Papa machen die Zeichnungen sehr nahbar und man hat das Gefühl, man erlebt die Reise durch das Buch gemeinsam mit ihnen.

Was mir nicht so gefällt:
Was den Text angeht, hat sich seit 1998 sprachlich noch einmal viel getan und ich hätte mir gewünscht, dass hier ein bisschen mehr Sorgfalt in das Lektorat gesteckt worden wäre. Ein wichtiger Bestandteil des Lektorats bei solch einer Thematik wäre definitiv ein Sensitivity Reading einer Person mit fundiertem antirassistischem Wissen gewesen, wie beispielsweise @ask_h_dogan .

So sehr ich es mir gewünscht hätte, weil ich die Idee dieses Comics großartig finde, kann ich das Buch daher nicht uneingeschränkt empfehlen. Ich hoffe allerdings sehr, dass bei einer zweiten Auflage noch einmal die Chance genutzt und der Text noch einmal diskriminierungskritisch überabreitet wird.

Fazit: Ein Comic-Buch, das mir auf vielen Ebenen gefallen hat mit Verbesserungspotential.
DAS DARF NICHT PASSIEREN. NICHT 2026. NICHT IN SCH DAS DARF NICHT PASSIEREN. NICHT 2026. NICHT IN SCHULPRÜFUNGEN.

In den Abiturmaterialien der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung im Bundesland Freie und Hansestadt Hamburg 
Abitur 2026, Geschichte – erhöhtes Anforderungsniveau 
wurde mehrfach das N-Wort reproduziert.

Und weil es offenbar immer noch nicht überall angekommen ist: Diese Sprache ist rassistisch, verletzend und schafft eine feindliche Lernumgebung. Schwarze Schüler*innen werden damit mitten in einer Prüfungssituation zusätzlich belastet und verunsichert – genau dann, wenn sie Ruhe, Fokus und Sicherheit brauchen.

Again: Rassistische Begriffe sind keine „neutralen historischen Zitate“.
Sie sind Gewalt. Sie sind verletzend. 
Sie sind Diskriminierung.
Und sie gehören nicht in Schulbücher, nicht in Arbeitsblätter und ganz sicher nicht in Prüfungen.

Bildungseinrichtungen müssen sichere Räume sein. Prüfungen müssen frei von Sprache sein, die Schwarze Kinder verletzt oder ihnen zusätzliche emotionale Last aufbürdet. Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, wie dringend eine rassismuskritische Überarbeitung von Lehr- und Prüfungsmaterialien ist – und dass Sensibilität nicht nett wäre, sondern Pflicht ist.

Anbei Möglichkeiten zur Beschwerde / Meldung. Bitte nimmt euch die Zeit!

• Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung
 info@service.hamburg.de
 HamburgService (Telefon 115)
 Tel. 040 428630

• Antidiskriminierungsstelle des Bundes
 beratung@ads.bund.de
 Hotline 0800 546 546 5

• Antidiskriminierungsbüro amira (Hamburg)
 adb@basisundwoge.de
 Tel. 040 39 84 26 47

• Gleichstellungsbeauftragte der Hamburger  Bildungs- und Familienbehörde (Verwaltung)
katja.dieckmann1@bsfb.hamburg.de
+49 40 428 63-3667
Wieder da! Ein Bilderbuch aus dem Land der Cree. Wieder da! Ein Bilderbuch aus dem Land der Cree.

Der kleine Protagonist hört ein Geräusch: „Tschack-chrrsch! Tschack-chrrsch! Tschack-chrrsch!“ Das klingt spannend, darum läuft er schnell zum Fenster und sieht, wie ein Kind auf einem Skateboard vorbeidüst. Das findet er ziemlich cool und er würde es selbst gern mal versuchen. Was für ein Glück, dass Oma als Kind auch Skateboard gefahren ist und er das Brett haben darf. „Dann mal los! Haw ekwa!“

Er übt, fällt hin, steht wieder auf und übt weiter, bis er sich irgendwann gemeinsam mit Mama zum Skatepark wagt. Aber so richtig traut er sich nicht mitzumachen, darum sucht er sich ein ruhiges Plätzchen und schaut erstmal zu. Aber er bleibt nicht lange allein und mit ein paar ermunternden Worten der anderen Kindern, fasst er schließlich den Mut mitzumachen.

Das Bilderbuch der Autorin/Illustratorin @julie__flett hat sofort mein Interesse geweckt. Zum einen hat mich das Cover sehr angesprochen und zum anderen der Fakt, dass es sich um eine Buchschaffende mit indigenen Wurzeln handelt.

Ganz konkret geht es um die Kultur der Cree, die in Kanada und einigen Regionen der USA beheimatet sind. Die Geschichte an sich hat zwar erst einmal gar nicht viel mit dieser Tatsache zu tun, der Text allerdings schon, denn die Autorin hat immer wieder kurze Sätze aus der Sprache der Cree einfließen lassen. Die Übersetzung findet man gleich am Anfang des Buches, damit die Kinder wissen, was es bedeutet. Besonders schön finde ich die Author’s Note hinten im Buch, in der noch mehr spannende Hintergrundinfos zu den Cree stehen.

Die Geschichte wird in erster Linie über die Bilder erzählt und durch den sehr reduzierten Text ergänzt. Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass „Skateboard“ mit „Rollbrett“ übersetzt wurde, worüber meine Kids und ich immer wieder gestolpert sind. Das kann man beim Vorlesen allerdings leicht selbst anpassen.

Aber jetzt kommen wir zum Wichtigsten: den wunderschönen Illustrationen. Die Bilder sind einfach nur traumhaft schön. Jede Doppelseite ist ein eigenes Kunstwerk für sich und ich könnte mir das Buch immer wieder von vorn anschauen.

Eine absolute Herzensempfehlung für dieses einzigartige Bilderbuch! 🫶🏽
Amira und ihre Familie kommen an einem neuen Ort a Amira und ihre Familie kommen an einem neuen Ort an, begleitet nur von einigen Koffern und Kartons, die ordentlich um sie herum stehen. Vielleicht das Einzige, was ihnen im Moment noch vertraut ist.
Als Amira sich beim Spielen verstecken will, entdeckt sie etwas Unerwartetes: Ein kleines Pflänzchen, das Stolz aus einem der Koffer herausragt. Dieses zarte Pflänzchen wird zum Anfang einer liebevollen, stillen und zugleich unglaublich tröstlichen Freundschaft. Für Amira ist es nicht nur schön, die Pflanze im Sonnenlicht schimmern zu sehen, sondern sie weckt auch Erinnerungen an das, was sie vermisst.

Nach und nach fühlen sich auch andere Kinder von Amiras Pflänzchen angezogen. Sie schenken ihr Samen, die sie gemeinsam einpflanzen. Schritt für Schritt verwandelt sich die karge Umgebung in eine kleine grüne Oase. Gleichzeitig wächst zwischen den Kindern eine neue Freundschaft, die Wärme und Hoffnung schenkt.

Die Autorin schafft es aus meiner Sicht, ein schwieriges Thema auf einfühlsame und kindgerechte Weise zu erzählen. Ohne es direkt auszusprechen, geben die Illustrationen einen deutlichen Hinweis darauf, worum es wirklich geht: Flucht, Umzug, Verlust und gleichzeitig um Mut, Zusammenhalt und Neubeginn.

Insgesamt ein stilles, aber kraftvolles Buch, das nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen ans Herz geht.

Own- Voices: Nein
Lesealter: ab 3 Jahren
Text: Vikki Conley
Illustration: Nicky Johnston
Verlag: Carl Auer (Danke für das Rezensionsexemplar)
Makayla liebt es, sich Geschichten auszudenken. Ih Makayla liebt es, sich Geschichten auszudenken. Ihr Mitschüler Howard hingegen zeichnet unheimlich gern lustige Sketche. Nur logisch, dass sie sich beide zusammentun. Und als sie dann noch feststellen, dass sie beide das gleiche Comic lieben, gründen sie mithilfe der Bibliothekarin den „Comic-Club“, der sich einmal die Woche in der Bibliothek trifft. Bald kommen auch Art und die schüchterne Lynda dazu und alle lassen ihre Talente mit einfließen. Arts Vater zeigt ihnen, wie sie Zines basteln und der Club beschließt sich bei der der kommenden Comic Convention zu bewerben, um dort ihre selbstgemachten Zines auszustellen. Ob sie bei der Convention angenommen werden und was die Gruppe noch erlebt, das dürft ihr selbst nachlesen.

Das Buch wurde vom Comictheoretiker Scott McCloud geschrieben und der erfolgreichen Comic-Autorin und -Illustratorin Raina Telgemeier gezeichnet. Da meine Kinder und ich große Fans der Illustratorin sind, mussten wir dieses Buch natürlich auch sofort haben.

„Der Comic-Club“ ist etwas für echte Comic Fans und eröffnet die Welt der Comic-Herstellung. Im Laufe der Geschichte lernen wir gemeinsam mit den vier Freund*innen, welche Genres es gibt, welches Zeichenwerkzeug genutzt werden kann, was Panels, Soundwörter, Grawlix, Plewds sind und vieles mehr. 🗯️💥💭

Genauso, wie die Protagonist*innen lernen, ihre persönlichen Stärken zu nutzen, werden auch die Lesenden dazu ermutigt, es einfach mal auszuprobieren und evtl. sogar auch einen Club zu gründen, bei dem sie Gleichgesinnte treffen könnten.

Wir lernen, dass das Fehlermachen genauso dazugehört, wie die Selbstzweifel und dass Comics mitunter dazu genutzt werden können, um schwere Erlebnisse zu verarbeiten, für die man manchmal keine Worte hat.

„Der Comic-Club“ ist das richtige Buch für alle Kids, die Comics lieben und vielleicht nie auf die Idee gekommen wären, selbst kreativ zu werden. Denn spätestens nach der Lektüre hat man Lust, direkt selbst loszulegen und verliert die Scheu gleich perfekt sein zu müssen. Die Geschichte zeigt, dass der Weg oft das Ziel und man über sich hinauswachsen kann, solange man Freund*innen hat, die einen bestärken. 🥰🥰🥰
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